Montag, 25. Oktober 2010

Tagebuch #08: Holzwäscheklammerschutzgebiet

Je weiter der Open Call voran geschritten war, desto mehr mussten wir uns mit der Hängemethode beschäftigen, um die eingereichten Werke in der Ausstellung zu hängen. Unsere Wahl fiel dabei sehr schnell auf die altbewerte Methode der Wäscheleine. Diese war relativ schnell organisiert, und wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt.
Da auch die interessanteste Kunst normalerweise ohne fremde Hilfe nicht an Wäscheleinen hängen bleibt, brauchten wir eine Befestigungsmethode. Sowohl Flüssigkleber als auch Gaffa Tape und Spucke fielen nach erfolglosen Probeversuchen mit Blanco-Papier relativ schnell aus dem Kreis der favorisierten Befestigungsmethoden. Auch andere klammerartige Gerätschaften wie Büroklammern und Architektenklammern bestanden den Praxistest nicht, sodass unsere Wahl schlussendlich auf die altbewerte Wäscheklammer fiel.

Wir begaben uns auf die Suche. Um stilistisch mit dem Trend und gegen die Zeit zu gehen, schloßen wir die historisch wertvolle Holzwäscheklammer besonders ins Herz. Leider ist das vom aussterben bedrohte Exemplar im urbanen Raum nur noch sehr selten anzutreffen. Wir untersuchten die typischen Aufenthaltsorte der gemeinen Holzwäscheklammer, stießen bei der Spurensuche aber nur auf die artverwandte aber genmanipulite Plastikwäscheklammer. Unsere Befürchtung dieses gefrässige Exemplar habe die possierliche Holzwäscheklammer vollständig aus ihrem natürlichen Lebenraum verdrängt schienen sich zu bestätigen. Nur durch puren Zufall entdeckten wir noch ein Holzwäscheklammerschutzgebiet, welches von Herrn Budnikowsky gegründet und durch privates Engagement bis heute gepflegt wird. Wir beschlossen kurzerhand die Patenschaft für 500 Holzwäscheklammern zu übernehmen, die ab sofort bei uns unter artgerechter Haltung einen friedlichen Lebensabend verbringen dürfen.

Die stark gefährdete Holzwäscheklammer ist nur noch selten im Rudel anzutreffen!

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